Wer sich in den Wechseljahren befindet, kennt meistens die unangenehmen Begleiterscheinungen: Hitzewallungen Tag und Nacht, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, unerklärliche Schmerzen in Gelenken oder Muskeln, Energielosigkeit. Diese Aufzählung kann wahrscheinlich noch unendlich weiter geführt werden – und bei jedem sind die Symptome unterschiedlich stark und in unterschiedlichen Kombinationen ausgeprägt.

Ich selbst bin mit Anfang 40 ungewöhnlich früh mitten drin. Und das wohl nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren – nur konnte ich die Symptome nicht deuten, weil ich die Wechseljahre gedanklich einfach noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich hatte allerdings das große Glück, dank einer regelmäßigen Routine-Untersuchung wegen meiner Hashimoto-Erkrankung und einer wirklich guten, aufmerksamen Ärztin zumindest auf Hormonersatzebene gleich in den richtigen Händen zu sein.

Hormon-Ersatz ist wohl auch ein umstrittenes Thema, worum es hier nicht primär gehen soll. Nur so viel: Ich bin Befürworterin und fühle mich mit der Therapie deutlich besser als zuvor.

Die Wechseljahre als Einladung zum Wechsel

Aber worum es hier gehen soll, sind die Möglichkeiten, die wir zusätzlich – oder alternativ, wer keine Hormonpräparate nehmen möchte – tun können, um uns diese Zeit, die uns etliche Jahre begleitet, sehr viel angenehmer zu gestalten.

Deshalb frag dich doch mal: Warum heißen die Wechseljahre eigentlich Wechseljahre? Ist es vielleicht auch ein guter Zeitpunkt, seine Ansichten und den Ernährungs- und Lebensstil zu wechseln? Mal in sich zu gehen und über sein Leben nachzudenken? Es ist wirklich ein neuer Lebensabschnitt, in dem sich unser Körper und gegebenenfalls auch unsere Psyche enorm umstellen. Und darauf sollten wir uns einstellen – und vor allem auch einLASSEN.

Unser Körper ist in der Lage, eigenständig wieder in ein Gleichgewicht zu finden – indem wir ihm geben, was er zur Selbstregulation benötigt, und die Dinge meiden, die ihm schaden.

Vielleicht plagst du dich schon seit längerer Zeit mit Magen- oder Darmbeschwerden, verträgst plötzlich nicht mehr alle Nahrungsmittel, schleppst das ein oder andere Kilo zu viel mit dir rum. Findest aber nicht so richtig den Antrieb, etwas zu verändern, obwohl du genau weißt, dass es jetzt an der Zeit dafür wäre. Vielleicht verbringst du mehr Zeit in Wartezimmern als mit den schönen Dingen, gehst aber ohne Befund wieder aus den diversen Arztpraxen heraus – während die körperlichen Symptome nach wie vor vorhanden sind.

Was du tun kannst

Das bedeutet konkret:

1. Zuführen, was der Körper braucht: All das essen, was eine optimale Grundregulation und ein funktionierendes Gleichgewicht unterstützen kann – eine ideale Versorgung mit Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien sowie ausreichend Bewegung, Schlaf, Sonnenlicht, Wasser und Entspannung.

2. Meiden, was schadet: All das weglassen, was zu einer gestörten Grundregulation führen könnte. Hierzu gehören neben den bekannten Faktoren wie Rauchen und Alkohol auch Lebensmittel aus konventionellem Anbau, industriell stark verarbeitete Nahrung, zu viel Zucker, minderwertige Fette oder Öle und zu viel Salz. Was weit weniger bekannt ist: Diese Lebensmittel können dem Körper und seinem gesunden Gleichgewicht in ganz ähnlicher Weise schaden wie Drogen oder Medikamente.

Wenn du dich also seit Jahren schon mit diversen gesundheitlichen Problemen rumplagst und diese einfach nur akzeptierst, weil dir eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu unbequem ist, dann wird es in den kommenden Wechseljahren für dich sicher nicht einfacher. Entscheidest du dich aber für den unbequemen Weg – Stück für Stück, nicht mit dem Brecheisen von heute auf morgen –, dann werden die kleinen Erfolgserlebnisse dir die nötige Motivation für weitere Veränderungen geben.